Vielleicht schwingt in der ganzen Diskussion über Wahrheit und Lüge des Fotos eine tiefe und unbewußte Enttäuschung mit.
Eine Enttäuschung darüber, dass nicht einmal eine Fotografie als direkter Abdruck der Natur und indexikalisches Zeichen
es vermag, Wirklichkeit darzustellen. Somit sind wir machtlos. Die Möglichkeit, ein objektives Bild zu schaffen, besteht nicht.
Wider besseren Wissens - und hier liegt das Paradoxon - bleibt trotzdem immer ein Fünkchen Hoffnung und Glaube an die Möglichkeiten
des fotografischen Bildes. Selbst der Eingriff ins Material, die organische Zerstörung des Bildes, kann diesen Funken nicht vollständig zum erliegen bringen.
© eva-kristina schubert, januar 2009